Auf dem Weg nach Monaco

Mitte Mai findet die dreizehnte Ausgabe des Historischen Grand Prix Monaco statt.
Zusammen mit den Le Mans Classic und Goodwood zählt der Historische Grand Prix Monaco zu den Highlights im historischen Rennkalender und zieht so viele Fahrer und Teams an, dass die Veranstalter nicht alle Bewerber akzeptieren können. Wer mit einem Formel 1 in der historischen Rennszene unterwegs ist, der möchte natürlich auch einmal in den Häuserschluchten des Fürstentums ein Rennen fahren. Das gilt für Fahrer wie Teams gleichermaßen. Nirgendwo sonst ist der Glamour vergangener Tage noch so greifbar wie in Monte Carlo. Auch wenn sich die Strecke im Verlauf der letzten Jahre etwas verändert hat , lassen St. Devote, Rascasse, Mirabeau oder die Auffahrt zum Casino das Herz aller Rennenthusiasten höher schlagen.

ChromeCars hat zusammen mit Team Britec Motorsports fünf seiner bildschönen Lotus F1 Boliden für Monaco gemeldet, darunter auch der legendäre Doppel-Chassis Lotus 88. Mit Marco Werner, Nick Padmore und Michael Lyons hat man sicherlich das stärkste Fahrer line up beim diesjährigen Historique GP.

Doch wie bereitet sich ein Team im historischen Motorsport auf so ein Großereignis vor? Ende März standen für Britec Motorsports zwei Testtage in Oschersleben auf dem Programm um sich intensiv um die Abstimmung der „Black and Gold Collection“ Lotus von ChromeCars zu kümmern. Bevor die Fahrzeuge überhaupt zum Testen auf die Strecke gehen können, waren bei Britec Motorsports alle Autos über den Winter komplett gecheckt worden. Die Autos wurden nach der letztjährigen Masters Historic Saison in ihre Einzelteile zerlegt und komplett neu aufgebaut.

Ein kalter Donnerstagmorgen, kurz vor neun Uhr. Die Motoren werden aufgewärmt, die Fahrer zwängen sich in ihre Cockpits. Nach der langen Winterpause ist allen Beteiligten die Vorfreude anzumerken. Pünktlich um neun Uhr springt die Ampel am Ende der Boxengasse auf Grün und es kann losgehen. Die drei Lotus fahren langsam die Boxenstraße hinunter und verschwinden hinter der ersten Kurve. In der Box macht man sich fertig, denn die Wagen fahren nur eine Installationsrunde, auf der gecheckt wird, ob alles ordnungsgemäß funktioniert und kommen danach gleich wieder an die Box. Dort wird von den Mechanikern noch einmal alles durchgecheckt bevor es auf die ersten Runden geht.

Testet man im modernen Motorsport meist neue Teile, die das Auto schneller machen sollen, geht es im historischen Motorsport eher darum das Auto so abzustimmen, dass es dem Fahrer ein sicheres Gefühl gibt. Das Limit im historischen Motorsport ist ein anderes als im modernen Motorsport. Crasht ein Fahrer ein historisches Auto, kann das Wochenende schon wegen eines verbogenen Querlenkers oder einer kaputten Nase schnell vorbei sein. Ersatzteile sind Unikate und deshalb eher Mangelware. Ein Team hat nicht drei Front und drei Heckflügel dabei, entsprechend muss der Fahrer sein Limit so wählen, dass er immer noch Spielraum hat und das Auto nicht riskiert. Deshalb setzt man bei Britec Motorsports und ChromeCars auf etablierte Fahrer mit viel Erfahrung.

Marco Werner, dreifacher Le Mans Sieger mit Audi, Nick Padmore Masters Historic F1 Champion 2015 hat bisher 38 verschieden F1 Boliden gefahren und Michael Lyons , dreifacher Masters Historic F1 Champion und sechsfacher Monaco Sieger. Mit diesen Fahrern darf man sich sicherlich zu den Favoriten zählen in Monte Carlo.
Die ersten schnelleren Runden sind mittlerweile abgespult, die Fahrer geben erstes Feedback über das Fahrverhalten. Flügel werden verstellt, Dämpfer anders eingestellt. Der Ablauf ist den ganzen Tag über gleich, einen Stint fahren, kleine Änderungen am Setup, dann der nächste Stint von drei bis vier Runden. Schnell ist es Abend und die karierte Flagge beendet den Testtag. Jetzt beginnt für die Mechaniker die eigentliche Arbeit. Bis spät in die Nacht werden sie die Setup Wünsche der Fahrer an den Autos einstellen und die Autos checken, damit es am nächsten Morgen wieder pünktlich um neun weitergehen kann. Bis zum Monaco Historique Grand Prix werden noch zwei weitere Testtage folgen. Das Team ist zuversichtlich dass man bis dahin die Autos perfekt für das Highlight an der Cote d Azur abgestimmt hat.

Text und Fotos: Peter Heil

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